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Ingo Scheel

»Schlussakkord – Wie Musiklegenden für immer verstummten«
06:59

Am Literaturtelefon unter der Rufnummer 0431/901-8888 und auf www.literaturtelefon-online.de liest der Hamburger Autor Ingo Scheel vom 3. bis 16.6.2024 aus seinem soeben im Mainzer Ventil Verlag erschienenen Buch „Schlussakkord – Wie Musiklegenden für immer verstummten“. Die Aufnahme hat er eigens für das Literaturtelefon eingelesen.

Was haben so unterschiedliche Künstler wie Alexandra, GG Allin und Michael Hutchence gemeinsam? Sie sind alle tot. Und niemand von ihnen starb an Altersschwäche. Was die Menschheit bei einem selbst – in hoffentlich erst vielen Jahren – achselzuckend zur Kenntnis nehmen wird, erschüttert im Falle der Popstars Millionen: Der Tod. Ehrliche Trauer mischt sich mit Sensationslust, der Kontrast zwischen der (mehr oder weniger) fröhlichen, lebensbejahenden, glamourösen Welt der Popmusik und dem unwiderruflichen Ende könnte größer nicht sein. Erschüttert und fasziniert lesen wir die Nachrufe und hören die Musik des oder der Verblichenen ab sofort mit anderen Ohren. Unsterblich sein und trotzdem tot: Diesen Spagat bekommen nur ganz wenige hin.

Vor ein paar Jahren veröffentlichte eine medizinische Fachzeitschrift eine Studie, dernach Popstars früher sterben als Krethi und Plethi. Wir haben es geahnt. Aber warum? Weshalb traten Menschen, die unseren Traum lebten, vor ihrer Zeit ab? Wie verzweifelt waren sie in ihren Villen, zwischen den goldenen Schallplatten und den Champagnerflaschen? Haben sie einmal zu oft am Tisch gerochen oder war ein Neider mit Schusswaffe todesursächlich? Welche Dämonen, Manager und/oder Ex-Partner*innen trieben unsere Idole ins ewige Nichts? Und starb Keith Moon tatsächlich an einem Schnitzel und 35 Schlaftabletten? Diesen und weiteren Fragen geht Ingo Scheel in seinem Buch auf ebenso sachkundige wie amüsante – soweit der Tod das zulässt – Weise nach.

Den ersten Gig mit seiner Punkband spielte Ingo Scheel einst dort, wo Regisseur Lars Jessen auch Rocko Schamonis „Dorfpunks“ auftreten ließ: auf der Aula-Bühne des Hans-Geiger-Gymnasiums in Kiel. Später spielte er in Kieler Bands wie New Eminence, The Empire Freak Shop und Armstrong. Bei der Musik ist es für Ingo Scheel, 1964 in der Fördestadt geboren, geblieben – als Sänger, als Drummer und als freischaffender Journalist und Autor. Seine ersten Artikel schrieb er für das „Stadtmagazin KIEL“ und für die „Kieler Nachrichten“. Heute ist er für das „MINT-Magazin“ in Sachen Vinyl unterwegs. Für „Visions“, „Galore“, „Musikexpress“ ist er ebenso am Start wie für den „Stern“ und ntv.de. Ingo Scheels umfängliche Plattensammlung, das Drumkit, das er sich mit Tochter Anni teilt, und sein Lieblingssessel stehen in Hamburg.

Verlag: Ventil Verlag, Mainz

Foto: ByteFM

Tim von Patay Matthias Eckstädt